„Für die Freiheit!“

Am vergangenen Dienstag wurde im Rahmen des Gedenkens an den Beginn des russischen Angriffskriegs der Dokumentarfilm ‚Sie und der Krieg: Geschichten innerer Stärke‘ in Anwesenheit der ukrainischen Regisseurin Tetiana Vysotska gezeigt. Eingeladen hatten die Deutsch-Ukrainische Hilfe (DUH) aus Drensteinfurt e.V. und die Seebrücke Drensteinfurt.

Im gut gefüllten Kino wurden die Gäste von der Stellvertreterin des Oberbürgermeister, Maria Winkel, begrüßt. Winkel erinnerte an den Anfang des Krieges und die zahlreichen Gedenkveranstaltungen in den letzten Jahren. Sie bedankte sich bei der Deutsch-Ukrainischen Hilfe und der Seebrücke Drensteinfurt für das ehrenamtliche Engagement und rief dazu  auf, mit der Unterstützung nicht nachzulassen: „Jeder kann etwas tun!“

von links nach rechts: Filmemacherin Tetiana Vysotska, Stellvertreterin des Oberbürgermeister Maria Winkel, Yana Skrypnychenko (2. Vorsitzende DUH), Vira Golowtschenko (1. Vorsitzende DUH)

Der Film schildert den Kampf der ukrainischen Zivilgesellschaft um die Befreiung von Zivilisten aus russischer Gefangenschaft. Nicht nur Soldatinnen und Soldaten werden in russischen Lagern gefoltert, sondern auch die Menschen in den von Russland besetzten Gebieten. Menschenrechtsaktivistinnen dokumentieren die große Zahl an russischen Kriegsverbrechen und versuchen zum einen, den betroffenen Menschen konkret zu helfen. Zum anderen soll mit der Dokumentation die Grundlage für Klagen gegen die Verbrecher gelegt werden.

Nach dem Film berichtete Vysotska unter anderem über dessen Entstehung sowie ihre besondere Beziehung zu den Protagonistinnen der Dokumentation. Sie hatte als Menschenrechtsaktivistin Kontakt zu den vier Frauen und fühlt sich ihnen auch heute noch verbunden. „Mein Mann ist auch Soldat“, erläuterte Vysotska. „Auch ich hätte als Zivilistin in Gefangenschaft geraten können und wäre dann gefoltert worden.“ 

Auf die Frage, wie sie ihr Leben in Deutschland sieht, antwortete die Filmemacherin, dass sie hin- und hergerissen sei zwischen der Sicherheit für ihre Tochter und der Sehnsucht nach ihrer Heimat. Vysotska will also weiterhin auf das Leid in der Ukraine aufmerksam machen und für die Menschen in russischer Gefangenschaft kämpfen: „Nur wenn wir nicht schweigen, werden wir siegen. Für die Freiheit.“

Volkstrauertag 2025

Anlässlich des heutigen Volkstrauertag traf sich die Ukraine-Mahnwache Drensteinfurt zum gemeinsamen Gedenken am städtischen Mahnmal.


Gebet zum Volkstrauertag

(von Detlev Weiser, angelehnt an die Handreichung, Seite 34, übersetzt von Vira Golowtschenko)

Gott in der Höhe,

König, dem der Friede gehört,

Боже, що є на небесах, 

Царю, якому належить мир, 

segne Deutschland, unser Land, und die Soldatinnen und Soldaten der deutschen Bundeswehr und die Verteidigungskräfte seiner Verbündeten besonders auch die Soldatinnen und Soldaten in der Ukraine,  die ihr Leben für den Frieden auf Erden riskieren und die sich für den Schutz der Demokratie, Menschenrechte und Menschenwürde in der Welt einsetzen. благослови Німеччину, нашу країну, солдатів німецького Бундесверу та збройні сили її союзників,а особливо солдатів в Україні, які ризикують своїм життям заради миру на землі та захищають демократію, права людини та людську гідність у світі.
Bringe sie – und die Gefangenen und Entführten – sicher, gesund und unversehrt an Leib und Seele in ihre Heimat zurück. Sende allen Verwundeten eine schnelle und vollständige Heilung Поверни їх – а також полонених і викрадених – безпечно, здоровими і неушкодженими тілом і душею до їхньої батьківщини. Пошли всім пораненим швидке і повне одужання.
Segne auch alle Bewohner unseres Landes, die sich wie unsere Soldatinnen und Soldaten für unsere Demokratie, Menschenrechte und Menschenwürde  einsetzen. Благослови також усіх жителів нашої країни, які, як і наші солдати, борються за нашу демократію, права людини та людську гідність. 
Lasse uns alle erkennen, wo wir nicht mehr schweigen sollen und dürfen, um unsere freiheitliche Grundordnung zu verteidigen, auch nicht dann, wenn es wie  (bei der Bundeswehr und den Kirchen) eine Neutralitätspflicht gibt. Die Neutralitätspflicht hört dort auf, wo Demokratie, Menschenrechte und Menschenwürde angegriffen werden. Допоможи нам усім зрозуміти, де ми не повинні і не маємо мовчати, щоб захистити наш вільний лад, навіть якщо існує обов’язок нейтралітету (як у Бундесверу та  у церквах). Обов’язок нейтральності припиняється там, де загрожують демократії, правам людини та людській гідності.
Bewahre uns auch vor dem Hass und der Hetze, die immer weiter um sich greifen. Збережи нас також від ненависті та розбрату, які все більше поширюються.
Erhalte uns den Frieden, damit wir an dieser Stelle nicht noch weiterer Toter gedenken müssen. Збережи нам мир, щоб ми не мусили згадувати тут ще більше загиблих.
Erteile unseren Anführern gute Ratschläge und sorge in unserer Mitte für Einigkeit und Nächstenliebe. Дай нашим лідерам добрі поради і забезпеч серед нас єдність і любов до ближнього. 
Möge sich der Vers erfüllen:

„Es erhebe kein Volk gegen das andere Volk das Schwert, und sie lernen nicht mehr weiter Krieg.“

Нехай збудуться слова:

«Не підніме жоден народ меча проти іншого народу, і вони більше не навчатимуться війні».

 

 

DUH Drensteinfurt mit neuen Partnerorganisationen

Die Deutsch-Ukrainische Hilfe (DUH) aus Drensteinfurt e.V. hat mit dem Wohltätigkeitsfonds „Unterstützung mit Liebe“ aus der Stadt Ustyluh in der Ukraine eine Partnerorganisation gefunden, die die Verteilung von Spenden in dem vom Krieg gebeutelten Land sicherstellen wird.
 
„Wir haben wieder eine große Spende von medizinischem Material erhalten“, erläutert die Vorsizende Vira Golowtschenko. „Mit einer Partnerorganisation können wir nun viel mehr benötigtes Material in die Ukraine bringen und dort verteilen lassen.“ 
 
Die Drensteinfurter Ukrainehilfe kooperiert darüber hinaus mit dem Verein Blau-Gelbes Kreuz e. V. in Münster. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die Transportmöglichkeiten in die Ukraine optimal auszunutzen.

Mahnwache zum Tag der Unabhängigkeit

Die sonntägliche Mahnwache der Deutsch-Ukrainischen Hilfe Drensteinfurt und der Seebrücke Drensteinfurt stand im Zeichen des Jahrestages der Unabhängigkeit der Ukraine.

Seit dem Ende des kalten Krieges ist das zweitgrößte Land in Europa ein souveräner Staat. Am 24. August 1991 erklärte das ukrainische Parlament die Unabhängigkeit der Ukraine. Das Datum ist heute ein Nationalfeiertag. Er erinnert an die Loslösung von der Sowjetunion vor 34 Jahren.

Aufgrund des russischen Angriffskrieges mussten Millionen Ukrainerinnen und Ukrainer fliehen. Daher wird überall in Deutschland und in anderen Teilen der Welt die Unabhängigkeit der Ukraine besonders gewürdigt. 

In Drensteinfurt hatten die Ukrainerinnen und Ukrainer Süßspeisen und Getränke mitgebracht, die nach dem Singen der Nationalhymne gemeinsam verzehrt wurden.

„Der Friede wird kommen“

Gründung des Deutsch-Ukrainischen Vereins DUH in Drensteinfurt

Am vergangenen Sonntag gründete sich in der Alten Küsterei in
Drensteinfurt der Verein „Deutsch-Ukrainische Hilfe aus Drensteinfurt
(DUH aus Drensteinfurt)“. Die 23 Gründungsmitglieder wählten in geheimen Abstimmung jeweils einstimmig Vira Golowtschenko und Yana Skrypnychenko als erste und zweite Vorsitzende sowie Larysa Bugaiyova als Kassiererin.

Golowtschenko studierte Germanistik in der Ukraine und arbeitet an der
Teamschule Drensteinfurt. Skrypnychenko ist von Beruf Grundschullehrerin und arbeitet zur Zeit in einer Kita in Drensteinfurt. Bugaiyova als ausgebildete Buchhalterin hatte Ihre Bewerbung zur Kassiererin schriftlich mitgeteilt und noch am Telefon direkt die Wahl angenommen.

„DUH ist ein ukrainischer Begriff und steht für den Willen, tapfer
durchzuhalten“, erläutert die erste Vorsitzende Vira Golowtschenko. „Wir
denken, dass damit nicht nur die Stärke der Ukraine zum Ausdruck
gebracht wird, sondern auch der Geist der Gruppe, die seit über drei
Jahren die sonntägliche Mahnwache veranstaltet und konkrete Hilfe für
die Menschen in der Ukraine leistet.“ Die zweite Vorsitzende, Yana
Skrypnychenko, erinnerte in ihrer kurzen Vorstellung an persönliche
Schicksale. „Mein Bruder ist in dem Krieg gefallen“, berichtete
Skrypnychenko. „Auch das ist ein Grund, mich in diesem Verein zu
engagieren.“

Nun stehen für den Vorstand erstmal die weiteren formalen Schritte einer
Vereinsgründung an. Aufgrund von zwei schriftlichen Mitgliedsanträgen
ist die Mitgliederzahl aktuell bei 25 Personen. Für die zahlreichen
Projekte, die in der Planung sind, freut sich der Verein über weitere
aktive Mitglieder. Die sonntägliche Mahnwache soll dabei weiter
Treffpunkt für alle Menschen sein, die sich für ein Ende des großen
Krieges in Europa einsetzen.

„Die Ukraine ist nicht nur Krieg – wir haben auch eine reiche Kultur, die
wir den Menschen hier vor Ort näherbringen wollen“, erläuter
Golowtschenko. „Neben der Unterstützung der Menschen in der Ukraine in
ihrem Widerstand gegen Russland wollen wir den Austausch mit den
Bürgerinnen und Bürgern in Drensteinfurt vorantreiben.“ Golowtschenko
wünscht sich, dass nach dem Frieden partnerschaftliche Beziehungen in
die Ukraine aufgebaut werden können.

„Der Friede wird kommen“, bekräftigt Skrypnychenko. „Denn zusammen
werden wird diese dunkle Zeit erfolgreich überwinden.“